Fast jede Katze will irgendwann raus. Sie sitzt am Fenster, schnattert die Vögel an und läuft dir bei jeder offenen Tür zwischen die Beine. Die Frage ist nur, wie viel „draußen“ bei euch möglich ist.
Es gibt zwei Wege, die gut funktionieren: echter Freigang über eine Katzenklappe oder ein gesicherter Balkon mit Netz. Welcher passt, hängt weniger von der Katze ab als von eurer Wohnlage.
Erst entscheiden: Freigang oder gesicherter Balkon?
| Freigang mit Klappe | Passt, wenn ihr im Erdgeschoss oder im Haus wohnt, die Straße vor der Tür ruhig ist und deine Katze gechippt und kastriert ist. |
|---|---|
| Balkon mit Netz | Passt, wenn ihr weiter oben wohnt, eine viel befahrene Straße in der Nähe ist oder deine Katze eine reine Wohnungskatze bleiben soll. |
Beides hat seine Berechtigung. Ein gesicherter Balkon ist kein schlechter Ersatz für Freigang: Sonne, Wind, Gerüche und Vögel zum Beobachten sind für eine Wohnungskatze schon sehr viel.
Die Katzenklappe: Freiheit ohne Türsteher-Dienst
Wer einen Freigänger hat, kennt das: Tür auf, Katze raus. Zehn Minuten später Tür auf, Katze rein. Nachts um drei das Gleiche. Eine Klappe beendet das, und die Katze entscheidet selbst, wann sie kommt und geht.
Das Problem bei einfachen Klappen: Sie lassen jeden rein. Die Nachbarskatze, die sich am Futternapf bedient, ist der häufigste Grund, warum Leute ihre alte Klappe wieder ausbauen. Deshalb lohnt sich eine Klappe, die den Mikrochip deiner Katze erkennt und nur für sie aufgeht.
Darauf solltest du vor dem Kauf achten:
- Deine Katze muss gechippt sein. Das sollte sie als Freigänger sowieso. Lass den Chip auch gleich bei einem Haustierregister eintragen, sonst hilft er im Ernstfall wenig.
- Wo wird eingebaut? In eine Holz- oder Kunststofftür geht es meist direkt. Bei Glas brauchst du einen runden Ausschnitt vom Glaser und einen Montageadapter. Bei einer Wand kommt eine Tunnelverlängerung dazu.
- Passt deine Katze durch? Miss die breiteste Stelle am Bauch und vergleich sie mit den Maßen der Öffnung. Bei sehr großen Rassen wie Maine Coon wird es bei Standardklappen knapp.
- Mietwohnung? Ein Loch in Tür oder Scheibe ist eine bauliche Veränderung. Frag deinen Vermieter vorher und lass dir die Zusage schriftlich geben.
Eine Chip-Klappe, die sich bewährt hat
Die SureFlap Mikrochip-Katzenklappe liest den Chip, den deine Katze schon unter der Haut trägt. Ein extra Halsband braucht sie nicht. Du kannst mehrere Katzen anlernen, das geht auf Knopfdruck. Für Katzen ohne Chip gibt es einen Halsbandanhänger als Alternative.
Die Klappe läuft mit vier AA-Batterien, ein Stromanschluss an der Tür ist also nicht nötig. Über einen Drehverschluss stellst du ein, ob die Katze rein, raus, beides oder gar nicht darf. Praktisch, wenn sie an Silvester oder vor dem Tierarzttermin drinbleiben soll.
Was du wissen solltest: Dieses Modell prüft den Chip nur beim Reinkommen. Raus kann jede Katze, die im Haus ist. Wenn du eine Wohnungskatze und einen Freigänger zusammen hältst, reicht das nicht. Und für den Einbau in Glas oder Wand brauchst du Zubehör, das nicht dabei ist.
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So gewöhnt sich deine Katze an die Klappe
Manche Katzen laufen am ersten Tag durch, andere starren die Klappe eine Woche lang an. Das ist normal. So hilfst du nach:
- Kleb die Klappe in den ersten Tagen mit Klebeband offen, damit die Katze den Durchgang erst einmal als Loch kennenlernt.
- Lock sie mit einem Leckerli von der anderen Seite. Nicht schieben, nicht durchdrücken.
- Das Klicken beim Entriegeln erschreckt viele Katzen am Anfang. Gib ihr Zeit, das Geräusch mit „Tür geht auf“ zu verbinden.
Das Balkonnetz: draußen sein ohne Risiko
Katzen fallen nicht vom Balkon, weil sie ungeschickt sind. Sie fallen, weil sie einem Vogel oder einem Falter hinterherspringen und in dem Moment alles andere vergessen. Das passiert auch ruhigen, älteren Katzen. Ein ungesicherter Balkon ist deshalb ab dem ersten Stock keine gute Idee.
Ein Netz löst das Problem, wenn es richtig hängt. Darauf kommt es an:
- Lückenlos. Das Netz muss an allen Seiten anliegen, auch unten und an den Wänden. Eine Katze findet die eine Stelle, an der es zehn Zentimeter absteht.
- Auch nach oben. Wenn über euch kein Balkon ist, braucht ihr ein Netz als Dach. Katzen klettern am Netz hoch.
- Bissfest. Manche Katzen knabbern am Netz. Ein Netz mit eingearbeitetem Draht hält das deutlich länger aus als reine Kunststofffäden.
- Großzügig messen. Breite und Höhe ausmessen und Reserve einplanen. Abschneiden geht immer, ansetzen nicht.
- Mietwohnung? Auch hier gilt: Vermieter vorher fragen. Die Chancen stehen besser, wenn du nicht in die Fassade bohrst und das Netz unauffällig ist.
Ein Netz-Set, das ohne Bohren auskommt
Das Katzennetz von Pets Perfect ist drahtverstärkt und kommt als Set: Klebehaken, Silikonkleber und Kabelbinder liegen bei. Die Haken werden an Wand und Decke geklebt, das Netz wird eingehängt. Es gibt das Set in drei Größen: drei Meter mal vier, sechs oder acht Meter.
Was ich daran gut finde: Für Mieter ist „ohne Bohren“ oft der Punkt, an dem der Vermieter Ja sagt. Und Schwarz ist die richtige Farbe. Ein schwarzes Netz sieht man aus ein paar Metern Entfernung kaum, ein weißes oder grünes fällt viel stärker auf.
Was du beachten solltest: Kleben hält nur auf sauberem, trockenem und festem Untergrund. Auf bröseligem Putz oder bei Frost wird es schwierig. Lass den Kleber vollständig aushärten und zieh an jedem Haken kräftig, bevor die Katze das erste Mal auf den Balkon darf. Danach alle paar Wochen kurz kontrollieren.
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Beides zusammen geht auch
Eine Kombination, an die viele nicht denken: Klappe in die Balkontür, Netz um den Balkon. Dann kann die Katze selbst raus und rein, auch wenn du nicht zuhause bist, und die Balkontür bleibt im Winter zu. Für Wohnungskatzen ist das die bequemste Lösung für alle Beteiligten.
Kurz gefasst
Ruhige Wohnlage und Erdgeschoss sprechen für Freigang mit einer Chip-Klappe, die fremde Katzen draußen lässt. Obergeschoss oder Hauptstraße sprechen für einen Balkon mit Netz. In beiden Fällen entscheidet der Einbau: Die beste Klappe nützt nichts in der falschen Tür, und das stabilste Netz nichts, wenn eine Ecke offen bleibt. Und in der Mietwohnung kommt vor dem Werkzeug immer die Frage an den Vermieter.
Mehr rund um den Alltag mit Katze findest du im Blog.