Im Sommer denkt man bei Hundepfoten an heißen Asphalt. Im Winter kommt der härtere Teil: Streusalz, Rollsplitt, gefrorener Boden und dazu die trockene Heizungsluft zuhause. Die Ballen deines Hundes bekommen das alles ungefiltert ab – und anders als wir kann er keine Schuhe anziehen.
Die gute Nachricht: Mit ein paar Minuten Aufwand nach dem Spaziergang vermeidest du die meisten Probleme.
Was im Winter mit den Pfoten passiert
Die Ballenhaut ist robust, aber nicht unverwüstlich. Im Winter setzen ihr gleich mehrere Dinge zu:
- Streusalz entzieht der Haut Feuchtigkeit. Kleine Risse brennen dann zusätzlich, wenn Salz hineingerät.
- Eisklumpen bilden sich bei langhaarigen Hunden zwischen den Zehen. Die drücken beim Laufen und scheuern die Haut wund.
- Rollsplitt ist scharfkantig und kann sich zwischen den Ballen festsetzen.
- Heizungsluft trocknet die Haut auch drinnen weiter aus. Die Ballen werden hart und spröde.
Dazu kommt: Viele Hunde lecken sich nach dem Spaziergang die Pfoten. Streusalz im Magen ist nicht gesund und kann zu Magenreizungen führen.
Woran du trockene oder gereizte Pfoten erkennst
- Die Ballen fühlen sich rau, hart oder rissig an statt glatt und leicht nachgiebig
- Dein Hund leckt oder knabbert auffällig oft an den Pfoten
- Rötungen zwischen den Zehen
- Er zögert auf bestimmten Untergründen oder hebt nach dem Spaziergang einzelne Pfoten an
Die Routine nach dem Spaziergang
Klingt nach viel, ist aber nach ein paar Tagen Gewohnheit – und dauert keine zwei Minuten:
- Abspülen. Pfoten kurz mit lauwarmem Wasser abwaschen, am besten in einer Schüssel direkt an der Tür. Das holt Salz und Splitt raus, bevor dein Hund sie ableckt.
- Gründlich trocknen. Auch zwischen den Zehen. Feuchtigkeit, die dort hängen bleibt, begünstigt Reizungen.
- Kurz kontrollieren. Einmal über die Ballen und zwischen die Zehen schauen. Steckt noch etwas fest? Gibt es kleine Risse?
- Pflegen. Zwei- bis dreimal pro Woche eine Pfotencreme dünn einmassieren. Nicht jeden Tag – zu viel macht die Haut weich und anfälliger.
Bei langhaarigen Hunden lohnt es sich, das Fell zwischen den Ballen im Winter kurz zu halten. Dann bilden sich keine Eisklumpen, und du siehst die Haut besser.
Vor dem Spaziergang schützen
Wenn ihr viel auf gestreuten Wegen unterwegs seid, kannst du die Creme auch direkt vor dem Rausgehen auftragen. Sie legt dann eine dünne Schutzschicht auf die Ballen. Wichtig: Nicht zu dick, sonst rutscht dein Hund auf glatten Böden.
Und praktisch gedacht: Wenn du die Wahl hast, lauf lieber über Wiese oder unbehandelte Waldwege statt über den gestreuten Bürgersteig.
Eine Pfotencreme, die sich bewährt hat
Die Canosept Pfotenpflege ist eine Creme in einer 75-g-Tube, die Aprikosenöl und Panthenol als pflegende Bestandteile enthält. Sie wird zwei- bis dreimal pro Woche auf die sauberen, trockenen Ballen aufgetragen – oder bei Bedarf direkt vor dem Spaziergang als Schutz.
Was ich daran praktisch finde: Sie zieht schnell ein und hinterlässt keine fettigen Pfotenabdrücke auf dem Boden. Das ist bei vielen Pfotenbalsamen auf Wachsbasis anders. Was du wissen solltest: Die Creme enthält Parfum. Bei Hunden mit sehr empfindlicher Haut oder bekannten Allergien erst an einer kleinen Stelle testen.
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Ein Trick beim Eincremen: Direkt danach eine Runde spielen oder ein Kauspielzeug geben. Dann hat die Creme ein paar Minuten zum Einziehen, statt sofort abgeleckt zu werden.
Wann du zum Tierarzt solltest
Pflege beugt vor, sie heilt keine Verletzungen. Geh mit deinem Hund zum Tierarzt, wenn:
- ein Riss blutet, tief ist oder nach ein paar Tagen nicht besser wird
- die Pfote geschwollen, heiß oder stark gerötet ist
- dein Hund humpelt oder die Pfote nicht belasten will
- er die Pfote ständig leckt, obwohl du nichts siehst
Dahinter kann auch eine Entzündung, ein Fremdkörper oder eine Allergie stecken.
Kurz gefasst
Nach jedem Winterspaziergang abspülen und trocknen. Zwei- bis dreimal pro Woche eincremen. Bei Schnee vorher schützen. Und bei allem, was blutet, schwillt oder nicht heilt, zum Tierarzt. Mehr braucht es meistens nicht.
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