Die Sofaecke zerfetzt, die Tapete neben der Tür in Streifen, der Teppich an einer Stelle aufgeribbelt. Wer mit Katze lebt, kennt das. Die schlechte Nachricht: Abgewöhnen kannst du deiner Katze das Kratzen nicht. Die gute: Du kannst ihr zeigen, wo sie es tun soll.
Warum Katzen kratzen müssen
Kratzen ist kein Fehlverhalten, sondern ein Grundbedürfnis. Es erfüllt gleich mehrere Zwecke:
- Krallenpflege. Beim Kratzen lösen sich alte, äußere Krallenhüllen. Darunter kommt die neue, scharfe Kralle zum Vorschein.
- Reviermarkierung. An den Pfoten sitzen Duftdrüsen. Die Katze hinterlässt beim Kratzen also eine Duftnachricht – und sichtbare Spuren.
- Dehnen. Nach dem Aufwachen strecken sich viele Katzen lang und kratzen dabei. Das ist ihr Morgensport.
- Gefühle rauslassen. Aufregung, Freude, wenn du nach Hause kommst, oder auch Frust.
Deshalb funktioniert Schimpfen nicht. Die Katze versteht nicht, warum sie etwas Natürliches nicht tun darf – sie lernt nur, dass du unberechenbar bist. Und Krallenziehen ist in Deutschland zu Recht verboten.
Der richtige Kratzplatz
Viele Katzen ignorieren ihr Kratzbrett, weil es am falschen Ort steht oder nicht zu ihnen passt. Darauf kommt es an:
- Standort. Genau dort, wo die Katze jetzt schon kratzt. Außerdem gut: neben dem Schlafplatz, weil sie sich nach dem Aufwachen streckt, und in der Nähe von Eingängen, wo sie ihr Revier markieren will. In einer versteckten Ecke wird es kaum genutzt.
- Stabilität. Wenn ein Kratzbrett wackelt oder wegrutscht, verliert die Katze schnell das Interesse. Sie will sich mit vollem Gewicht hineinlegen können.
- Größe. Senkrechte Kratzflächen sollten so hoch sein, dass sich die Katze ganz ausstrecken kann.
- Richtung. Manche Katzen kratzen lieber senkrecht (Sofa, Türrahmen), andere waagerecht (Teppich, Fußmatte). Beobachte, was deine bevorzugt.
- Material. Die beliebtesten sind Sisal und Wellpappe. Wenn deine Katze das eine nicht mag, probier das andere.
So lenkst du deine Katze um
- Kratzbrett direkt vor die zerkratzte Stelle stellen. Nicht daneben, nicht im nächsten Raum. Genau davor.
- Die alte Stelle vorübergehend unattraktiv machen. Mit einer glatten Decke abdecken oder doppelseitiges Klebeband anbringen. Katzen mögen klebrige Pfoten nicht.
- Das Kratzbrett interessant machen. Etwas Katzenminze oder Baldrian daraufgeben. Oder mit der Federangel direkt darüber spielen, damit die Katze beim Fangen die Krallen in die Pappe schlägt.
- Loben und belohnen. Jedes Mal, wenn sie das Kratzbrett benutzt: Leckerli, Streicheln, freundliche Stimme.
- Geduld haben. Nach zwei, drei Wochen hat sich der neue Platz meistens eingespielt. Dann kannst du die Decke vom Sofa langsam wieder entfernen.
Ein Kratzbrett für die Sofaecke
Das Kratzbrett von Knupis ist L-förmig und rund 68 cm lang. Es hat also eine senkrechte und eine waagerechte Kratzfläche in einem – für Katzen, die sich noch nicht entschieden haben oder beides mögen. Es besteht aus dicker, dichter Wellpappe und lässt sich wenden, sodass man beide Seiten nutzen kann, bevor es ersetzt werden muss.
Was ich daran praktisch finde: Die L-Form passt gut in eine Ecke oder direkt an die Sofaseite, also genau an die Stellen, die sonst leiden. Was du beachten solltest: Kratzpappe krümelt, auch wenn sie als staubarm beworben wird. Stell es nicht auf einen Hochflorteppich. Und es ist ein Kratzbrett, kein Kratzbaum – zum Klettern und Liegen in der Höhe brauchen Wohnungskatzen zusätzlich etwas anderes.
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Und die Krallen schneiden?
Bei den meisten Katzen ist das nicht nötig, wenn sie genug Kratzmöglichkeiten haben. Ausnahmen sind ältere oder wenig aktive Wohnungskatzen, deren Krallen zu lang werden und sich einrollen.
Wenn du schneidest, dann nur die durchsichtige Spitze. Im hinteren, rosa Teil der Kralle verlaufen Blutgefäße und Nerven. Wenn du dir unsicher bist oder deine Katze dunkle Krallen hat, lass es dir beim Tierarzt einmal zeigen.
Kurz gefasst
Kratzen ist Pflege, Markieren und Dehnen in einem – deine Katze braucht das. Stell ein stabiles Kratzbrett genau dort auf, wo sie jetzt kratzt, deck die alte Stelle vorübergehend ab und mach das neue Brett mit Spiel und Belohnung interessant. Ohne Schimpfen, mit etwas Geduld.
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